Drehen für Montage 01

Masterclass – montage for dop

Stichwörter zu “Innere Montage – Schnittgerechtes Drehen”

Die Montage ist tot.
Das ist ein Postulat, das die szenische Wahrheit zum Gegenstand hat. Es beruht auf der Tatsache, dass eine gefilmte Szene vom Zuschauer mehr oder weniger als echt oder “gemacht” wahrgenommen wird. Unter Montage oder Schnittrhythmus versteht man fälschlicherweise die variierenden Abstände zwischen den Schnitten.
Schneller Rhythmus – schnelle Folge, langsamer Rhythmus – langsame Folge, alternierender Rhythmus etc.

Unter “Innere Montage” versteht man hingegen das, was in der Szene ohne Schnitt entsteht. Das ist das, was inszeniert wird, die Spannung, die durch Pausen und schnelle Abläufe entsteht, nicht durch Kürzen oder Verlängern der einzelnen (eindimensionalen) Einstellungen. Eindimensional werden die Einstellungen durch ihr Gekürztwerden im Bestreben, dem Zuschauer nur die “Essenz” der Einstellungen zu präsentieren. Dabei verliert die Inszenierung ihre zeitliche Dimension, weil nur Momente daraus genommen werden. Der Zuschauer fühlt sich betrogen und verliert die Lust, in die Tiefe zu schauen. Er entlarvt das Gefilmte als vorgegaukelte Lüge.
Wird hingegen in einer Szene ein Geschehen dargeboten, das eine zeitliche Entwicklung hat, bei dem die Vorgänge nach den psychologischen Gesetzen der menschlichen Wahrnehmug ablaufen, so entsteht die Illusion von einer bildlichen Wirklichkeit. Wenn das Dargebotene noch von Authentizität und Wahrhaftigkeit gekrönt ist, “stellt sich beim Zuschauer ein ästhetisches Entzücken” (Theodor Adorno) ein.

Die Montage ist natürlich nicht tot, aber sie muss raffiniert und sinnvoll richtig eingesetzt werden. Die dramaturgische Gestaltung eines Films besteht aus der Inneren Montage (Anordnung der raumzeitlichen Elemente innerhalb der Szene – mise en scene), aus der Äusseren Montage (Gestaltung der äusseren Vorgänge und Abläufe mit Zeit und Raumverdichtung) und der Psychologischen Montage (Anordnung, Spannung und Gegensätze der Inhalte). Manche Montagemeister nennen die Psychologische Montage auch Innere Schnittmontage. Eisenstein unterteilte die Innere Schnittmontage in Kontrast und Attraktionsmontage, aber er ist wirklich schon lange tot.

Die Montage im Allgemeinen und die Schnittmontage im Speziellen werden beim Drehen gestaltet. Rhythmus (Spannung und Entspannung), richtige Wahl der Bildausschnitte, kinetische Energie der Einstellungen und Bewegungsrichtungen, sowie die Bildkomposition mit allen ihren Aspekten der Farbe und des Lichts mit Licht und Farbkontinuität sind entscheidende Faktoren für den gestalteten Schnitt.

Die sechs Irrtümmer

  1. Der Film entsteht durch den Schnitt
  2. Zwischenschnitte sind wichtig
  3. Verschiedene Winkel und Grössen beleben die Szene
  4. Grossaufnahmen tun gut
  5. Der Rhytmus kommt durch den Schnitt
  6. Schuss – Gegenschuss schafft Beziehung

Ambulanzschnitt

Der Schnitt als Rettung für missratene Inszenierung, also eine Notlösung.
Inszenierungsentscheidungen werden aufgeschoben.
Es herrscht dramaturgische Konfusion.

KLASSIASCHE DRAMTURGIE  = erzählende, kontinuierliche, Erlebnisdramturgie
MODERNE DRAMTURGIE  = Traumwelt = transform, Transitionen
Gedankenwelt = sprunghaft assoziativ
Kino und TV der Urzeit
Schnittgerechtes Drehen

Alles passt zusammen. Der Zuschauer sucht einen Sinn, weil die Natur an sich chaotisch ist.
Unser Überlebenstrieb ist in Ordnung zu suchen.

Eisenssteinsche Musikvideo Verwirrungsunkultur

gelernte Wahrnehmungskonventionen
Erstes Close Up bei Griffith = amputierter Kopf

05-the_ocean_waif_closeup_80009-ElementeRegeln

Dodekanten – Regel

  • bei einer großen Leinwand teilt man in 12 Teile
  • bei einer kleineren in 6 Teile
07-hz-DodekantenRegel
07-h-Kriterien für Schnittgestaltung_0211
07Mehrkamera-action Schnitt

Stichwörter

  • Statische Komposition
  • Dynamische Komposition
  • AOI area of interest
  • Bewegungsrichtung, Bildschwerpunkt, Farbkomposition, Masse der Bewegung, Masse des Bildinhalts, kinetische Energie, Geschwindigkeit.
  • Weicher Schnitt
  • Aus dem Bild – ins Bild
  • Gesprengtes Bild – Realitätsausschnitt
  • Erzählperspektive
  • Spannungsaufbau
  • Zusammenhänge darstellen
  • Dramaturgische Wende, Überraschung, Negation, Enthüllung, Entdeckung, Szenische Stilisierunig, Plateu, Kreisschwenk, Kreisfahrt, Gang durch Welten,

Dokumentarfilm

  • Interviewsituation
  • Portrait(Passbild)
  • Mensch in seiner Welt
  • Mensch ausserhalb seiner Welt
  • Mensch im Kontrast
  • Doppelkonference
  • Stilisierung
  • Enbettung
  • Mensch in der Tätigkeit
  • Streitsituation
  • Ruhephase (boring midpoint)
  • Performance